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Vergabe bei der KfW muss transparent werden

Gründungsberater Andreas Hammer: Statt Hochglanzbroschüren Bilanz über ausgezahlte Gründungskredite

Schöneck. Seit dem Beginn des KfW-Debakels wird die Vergabe von Gründungsdarlehen an Existenzgründer restriktiver gehandhabt. Dies hat Andreas Hammer, Geschäftsführer der Gesellschaft für Existenzgründungsberatung in Schöneck (Main-Kinzig-Kreis), aus Sparkassenkreisen erfahren. Hammer vermutet, dass die Milliardenpleite der IKB Deutsche Industriebank daran Schuld ist. Großaktionär der IKB war die KfW.

Hammer hat dafür auch Anhaltspunkte. Der Vorgänger der staatseigenen KfW-Mittelstandsbank (KfW), die Deutsche Ausgleichsbank, hatte jährlich in seinem Rechenschaftsbericht die Anzahl der bewilligten Startgelder veröffentlicht. Bei den Startgeldern handelte es sich um den "Bestseller" im Bereich der Gründungsfinanzierung. Die KfW-Mittelstandsbank dagegen gibt sich sehr zurückhaltend in der Veröffentlichung von entsprechenden Zahlen. Zwar werde für das erste Halbjahr 2008 auf die Anzahl der bewilligten Startgelder hingewiesen, doch diese Zahl allein bringe keine Klarheit, sagt Hammer.

Für Andreas Hammer ist dies untragbar. "Es ist zu befürchten, dass nun Existenzgründer die Zeche für ein paar größenwahnsinnige Provinzbanker zahlen müssen", sagt er und fordert: "Wichtiger als alle KfW-Hochglanzbroschüren ist die Bilanz über alle ausgezahlten Gründungskredite." Erst mit einem Vorjahresvergleich werde ein Anstieg oder ein Abfall der Förderaktivität deutlich. Nur so könne der Erfolg der Mittelstandsförderung nachgewiesen werden - und die Mittelstandsförderung sei für die Wirtschaft von außerordentlicher Bedeutung.

Das Debakel mit dem Düsseldorfer Mittelstandsfinanzierer IKB Deutsche Industriebank hatte bereits im Juli 2007 begonnen. Damals war sie in eine Schieflage geraten. Damit machte die IKB auch den Auftakt zur größten Bankenkrise seit 1931, wie Bankenaufseher Jochen Sanio einmal betonte, in deren Sog amerikanische viele und europäische Banken einige Milliarden abschreiben mussten. Auch die Landesbank Sachsen verlor ihre Eigenständigkeit. Die Förderbank KfW war mit 45,5 Prozent der größte Aktionär der IKB Deutsche Industriebank. Im Zuge der Finanzkrise musste dann auch die Frau an der Spitze der KfW, Ingrid Matthäus-Maier, zurücktreten. Als Nachfolger übernimmt jetzt Ulrich Schröder den Vorstandsvorsitz.

Das Fiasko kostete fast elf Milliarden Euro. Mehr als neun Milliarden Euro davon stammten aus dem Bundeshaushalt oder dem Vermögen des bisherigen IKB-Großaktionärs, also der KfW. Inzwischen wurde die Mehrheitsbeteiligung an den amerikanischen Finanzinvestor Lone Star verkauft, für ganze 115 Millionen Euro. Der Bundesfinanzminister hatte wesentlich mehr erhofft.

Mittelstandsförderung muss transparent gemacht werden. Nur so ist ein Wirtschaftswachstum gewährleistet, ein Wachstum, das "wir alle brauchen", meint Hammer abschließend.

 
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