Mogeln gilt nicht
Gewichtsabnahme mit gezielter Reduktion des Körperfetts: Kurt Weide macht's möglich
"Ich habe einen Faible für Blau", sagt Kurt Weide, schon die Umgebung solle dem Kunden unaufdringlich den Eindruck vermitteln, hier könne er Stress abbauen. Und so sind die Vorhänge und die Stuhlpolster in Blau gehalten, das Übrige dezent kühl und nicht aufregend. Und wenn Stress abgebaut werde, können auch Gewichtspfunde reduziert werden, dauerhaft. Der 39-Jährige ist in Frankfurt-Sachsenhausen, Oppenheimer Straße 55, der erste "burn Fett statt burnout"-Partner Deutschlands. Was in dem Land der Eidgenossen ein Renner ist, soll es auch in Deutschland werden.
Weide weiß, wovon er spricht. Der diplomierte Sportwissenschaftler war nach dem Studium einige Jahre im der Fitnessbranche tätig. In den vergangenen Jahren sogar leitender Sportwissenschaftler und stellvertretender Geschäftsführer eines ambulanten Rehabilitationszentrums. Er sieht sich als Coach - um im Sportjargon zu bleiben -, um Menschen beim Erreichen ihrer Gesundheitsziele zu unterstützen und ihnen zu helfen.
Der gebürtige Wormser hat in Frankfurt Sportwissenschaften studiert, hat 1988 "seine" Karin , eine Diät- und Ernährungsberaterin, geheiratet und mit ihr drei Kinder zwischen 11 und 15 Jahren. Doch die Trägheit der Jahre ist an ihm spurlos vorübergegangen. Laufen, Biken und Skaten, das sind die normalen Bewegungsabläufe. Doch Weide macht noch mehr: Er trainiert, um im Jahre 2005 am Iron-man teilnehmen zu können, jenem ausdauernden Wettkampf mit Schwimmen, Radfahren und Laufen - und das alles hintereinander.
Ideen, die Gesundheit zu vermitteln, hatte Kurt Weide schon immer. Schon während seiner Zeit im Rehazentrum hatte er bemerkt, dass er sehr gut Menschen helfen kann. Vor zwei Jahren hörte er dann durch Zufall von dem "Burn Fett-Programm". Er informierte sich in der Schweiz, dem Ursprungsland. Dort wird das Programm durch lizenzierte Partner durchgeführt.
"Der Sprung ins kalte Wasser war nicht leicht", sagt er. Es sei eine Entscheidung mit seiner Frau zusammen gewesen, als erster "burn Fett statt burnout"-Partner in Deutschland zu werden. Ein Großteil der Ideen hat er übernommen, einiges auf örtliche Verhältnisse zugeschnitten. Dabei bietet er Programme für Einzelpersonen und auch Seminare an. Und auch für Firmen, die ihren Mitarbeitern im Rahmen der Gesundheitsreform Vorträge und Programm bieten wollen, hat er das Passende. "Jeder Tag, den ein Mitarbeiter wegen gesundheitlicher Probleme und Übergewicht fehlt, kostet ein Unternehmen mehr Geld als ein vorbeugendes Seminar", sagt er. Ein Businessplan stand am Anfang der Selbstständigkeit, hinzu kam die Suche nach geeigneten Räumen. Letztere waren schnell gefunden. Bei ersterem hatte er in dem Niederdorfelder Existenzgründungsberater Andreas Hammer einen verlässlichen Ansprechpartner gefunden, der ihn durch die ganzen bürokratischen Hemmnisse schleuste und das nötige wirtschaftliche Knowhow lieferte.
Die Gesundheitsziele sind individuell, und Veränderungen haben nur eine Chance, wenn der Mensch im Mittelpunkt steht. Regelmäßige Kontrolle bei allen Aktionen sind selbstverständlich. "Die drei Säulen: Bewegung, Ernährung und Entspannung werden dabei geschickt kombiniert", sagt Weide. Da sei doch neulich eine Frau zu ihm gekommen, die unbedingt abnehmen wollte. Der erste Satz, der aus ihr heraussprudelte war: "Aber mein Eisbein will ich auch weiter essen." Für Kurt Weide war das kein Problem "Sie können Ihr Eisbein auch weiter essen", sagte er und vermittelte ihr sein individuell zugeschnittenes Programm, das sie mit Begeisterung ausführte. Mit Erfolg - und Eisbein.
Ein Coaching geht über zwölf Wochen mit insgesamt vier Terminen. Zunächst einmal wird das Gesundheitsbewußtsein vermittelt und ein Vier-Wochen-Traingsplan aufgestellt. Auch Bewegung muss geübt werden. Trainingsbücher, in die fleißig Notizen gemacht werden müssen, helfen dabei. Beim zweiten Termin wird über die Ernährung gesprochen, wird das Trink- und Essverhalten analysiert und auch umgestellt. "Ich stelle kein Zehn-Punkte-Programm auf", sagt Weide, lediglich ein oder zwei müssen befolgt werden. "Das ist einfacher und effektvoller." Eine verminderte Nahrungszufuhr (im Klartext: Fasten) tauge nichts, sagt Weide weiter, dann verlangsame sich nur der Stoffwechsel. Das Körperfett bleibe erhalten. Zielsetzung sei jedoch, dieses Körperfett abzubauen - also muss es verbrannt werden.
Damit greift der Mensch ein "altes Reservoir" an. In der Frühgeschichte der Menschheit war dieses Depotfett wichtig. Da mussten sich die Menschen kräftig bewegen, um Mammuts zu jagen; und nicht immer war Nahrung vorhanden. Das Depotfett lieferte die benötigte Energie. Und wenn das Mammut dann erledigt wurde, wurde neues Fett gespeichert. Heute jedoch hat die Nahrungssuche des Menschen sich erheblich geändert. "Der ,Kunde' muss regelmäßig essen", sagt Kurt Weide. Er arbeitet zur Kontrolle mit dem Massband und der Infrarot-Körperfettmessung.
Für jeden Einzelnen schneidert der Sportwissenschaftler das Programm zurecht, denn verschiedene Personen haben auch verschiedene Pulswerte und damit ein individuelles Stoffwechsel- und Herzkreislaufverhalten. Pulsmessungen mit Hilfe einer Uhr gehören dazu - und alles dürfe nur im grünen Bereich geschehen, sagt er. Ein Herzscreening ist Bestandteil eines jeden Coachings.
Als Ergänzung zur Bewegung und zur umgestellten Ernährung wird schließlich noch ein mentales Training aufgenommen. In der Schweiz sind die CDs mit entsprechender Musik ein voller Erfolg. Sie helfen, sagt er, den inneren Schweinehund zu überwinden und manchmal ist das wirklich notwendig.
Ein letztes Treffen dient dem Rückblick, dem Durchchecken des Körpers und dem Erstellen eines Zielprogrammes für die nächsten Monate. Kurt Weide sagt aber ganz klar: "Zum Erfolg gibt es keine Abkürzungen, keine Mogeleien, es gibt nur einen Weg."
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