Wo Liebespaare bei einem Glas Wein turteln
Salah Wagner erhält mitten in der Finanzkrise einen Gründungskredit
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Tapas haben es Salah Wagner angetan. Er hat sie als "Kernpunkte" für sein Restaurant in Kronberg ausgewählt. Wagner schätzt die Gemütlichkeit und will sie weitergeben. Als Existenzgründer hat er mit Unterstützung des Schönecker Beraters Andreas Hammer den Schritt in die Selbständigkeit gewagt - und es nach drei Monaten nicht bereut. Salah Wagner ist mit Feuer und Flamme Gastronom, so erzählt er dem "Gründer-Journal".
Der 1969 geborene Wagner stammt aus Tunesien. Dort hat er Restaurantfachmann gelernt, obwohl der Vater einen ganz anderen Beruf ausübte: Minenarbeiter. Den Sohn zog es in einen Serviceberuf. Später kam er nach Deutschland. Über zehn Jahre arbeitete er im Hotel Steigenberger Frankfurter Hof und verfeinerte seine Kenntnisse. Immer wieder war ihm der Gedanke an Selbständigkeit gekommen - bis eines Tages bekannt wurde, dass der bisherige Pächter des Bistro-Restaurants "Liebezeit" in Kronberg, ein griechisches Ehepaar, in die Heimat zurückkehren wollte.
Schon allein die Lage war für Wagner faszinierend. "Liebezeit" befindet sich in einem architektonisch reizvollen, frisch renovierten Fachwerkhaus. Ein Wintergarten und eine Außenterrasse sind vorhanden. Und nachdem Gründungsberater Hammer auch die Bilanzen des scheidenden Pächters geprüft und festgestellt hatte, dass das Unternehmen Gewinn abwirft, war für Salah Wagner alles klar. Er stieg bei Steigenberger aus und mit dem von Hammer erstellten Businessplan erfolgreich in die Selbständigkeit ein, wohl wissend, dass sich das Privatleben weitestgehend in dem Restaurant abspielen würde. Es war schon bemerkenswert, dass Wagner als nicht EU-Ausländer im Dezember 2008 über die Nassauische Sparkasse von der KfW-Mittelstandsbank ein Startgeld in Höhe von 50.000 Euro erhielt. Andere Firmengründer in der Gastronomie wünschen sich einen solchen kaum vorstellbaren Erfolg. In den neuen Lebensabschnitt ist die Partnerin gefolgt, die Wagner bei Steigenberger kennen gelernt hatte, ebenfalls Fachfrau und damit ideal für den Neubeginn.
Am 5. Dezember 2008 hat Salah Wagner "sein" Restaurant eingeweiht. Er bietet Gemütlichkeit bei Kerzenlicht und einem Glas Wein. Und dazu sollen Tapas, jene kleinen spanischen Appetithäppchen, gereicht werden. "Bei uns können Liebespaare in einer kuscheligen Athmosphäre turteln", sagt der Gastronom. Überhaupt: Spanien hat es ihm angetan. Nicht nur Tapas, auch Flamenco-Abende sollen in Kürze folgen, um ein bisschen Mittelmeerflair in den Taunus zu bringen. Und auch Jazz-Partys schweben ihm vor.
Wer nicht bei Wein oder Bier und Tapas bleiben will, kann natürlich auch hervorragend speisen. Allerdings wird man tunesische Spezialitäten vergebens suchen. Die spanische Mittelmeerküche ist angesagt. Hochzeiten oder Familienfeiern sind bei Salah Wagner gut aufgehoben. Knapp 70 Sitzplätze hat sein Restaurant. Alles spielt sich in familiärer Athmosphäre ab, daher sind für ihn Wintergarten und im Sommer die Außenterrasse wichtig. In der Arbeit wird er von einem Koch und einer Aushilfe unterstützt.
Derzeit öffnet Salah Wagner täglich außer mittwochs um 17 Uhr. Bis Mitternacht ist die Küche geöffnet, danach können Liebespaare und andere noch mindestens eine Stunde lang sich bei einem Glas funkelnden Rotwein tief in die Augen blicken oder sich unterhalten. "Ich bin zufrieden" sagt Salah Wagner - und ein bisschen Ausgleich von der Gastronomie sucht er im Fitness-Center.
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