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Auf Wunsch auch Espresso

Giuseppe Spampinato macht sich als Flugdienstberater selbstständig
 

Die Politik hat es möglich gemacht und damit auch Giuseppe Spampinato den Weg als Existenzgründer geebnet. Die Flugsicherung wird teilprivatisiert und Spampinato, der in Bad Soden zu Hause ist, wird in diesen Wochen ein Büro für Flugservice für die allgemeine Luftfahrt (General Aviation) eröffnen. Diese Dienstleistung ist allumfassend. "Ich besorge sogar den Espresso in der Thermoskanne, falls dies der Pilot wünscht", sagt lächelnd der sympathische Italiener, der seit 35 Jahre in Deutschland lebt.

Die Mutter Giuseppa Fioretto kam 1969 mit einer Tochter aus Catania in Sizilien an den Main, genauer nach Offenbach. Sie war Schneiderin und fand eine Anstellung am Marktplatz in dem heute nicht mehr existierenden Bekleidungskaufhaus "Schmülling". Am 4. Januar 1970 kam Sohn Giuseppe nach. Damals, erinnert er sich heute noch, war der Main zum letzten Mal zugefroren. Nach Schulbesuch und Kfz-Mechaniker-Lehre bis zum Meister wurde das Abitur nachgeholt, wurde an der FH Frankfurt Maschinenbau studiert. Ab 1999 besuchte er einen Lehrgang für Flugdienstberater, legte alle notwendigen Prüfungen ab und wurde schließlich Lizensierter Flugdienstberater. Vier Jahre bei der Deutschen Flugsicherung im Tower schlossen sich an. "Flugsicherer", sagt er schelmisch, "das sind die Polizisten, die die Flugzeuge mit der Kelle winken."

Jetzt ist der 50-Jährige auf dem besten Weg, sich selbstständig als Flugdienstberater zu machen - den entsprechenden Luftfahrerschein der Bundesrepublik Deutschland hat er seit über einem Jahr. Die Aufgaben eines solchen Dienstleisters sind immens und gewinnen in der heutigen globalen Zeit immer mehr an Gewicht. Denn nur, wenn ein Flug durch einen Profi bestens vorbereitet ist, kann er sicher durchgeführt werden. Und dass es im Zeitalter der Düsenklipper schnell zugehen muss, ist verständlich.

Spampinatos künftige Aufgaben sind vielfältig. Der Kunde kann bei ihm den kompletten Flug planen lassen, angefangen von der kürzesten und preiswertesten Route über das offene Zeitfenster und der Abstimmung mit der Flugplankoordination in Brüssel bis hin zur Hotelbuchung und dem berühmten Espresso in der Thermoskanne. Natürlich gehören Fragen der Betankung und des Zolls ebenfalls dazu. Jede Dienstleistung (kann einzeln gebucht werden) ist ein Baustein, der zusammengesetzt wird - und so errechnen sich auch die Preise, die im übrigen kostengünstig sind. In seinem Leistungspaket ist auch das "Wetter-Briefing" enthalten.

Die Länder dieser Erde werden, erzählt er, in drei Kategorien eingeteilt. Am schwierigsten sind die der Kategorie III mit ihren Formalitäten und Einschränkungen. So muss er beispielsweise bei einem Flug, der über das Territorium von Kongo in Afrika führt, in dem ausgearbeiteten Flugplan berücksichtigen, dass die Maschine mindestens 5000 Meter hoch fliegt. Nur dann sei sie von Geschossen nicht erreichbar, sagt er.

Was macht ein Flugdienstberater, wenn er nicht gerade "zwischen Himmel und Erde" schwebt, natürlich am Computer. Ganz einfach. Er geht in die andere Richtung. Giuseppe Spampinato zieht es als Sporttaucher in die Tiefe. Und um ans Wasser zu kommen, schwingt er sich aufs Fahrrad. Die andere große Leidenschaft ist schon lange vorbei. Früher, da hat er in Dietesheim, einem Stadtteil von Mühlheim am Main, als Aktiver geschossen und eine ganze Menge Ringe geholt.


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