Doppeldeckerbus für die Schauspieler
Was wäre ein Film ohne die Requisite von René Metz
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In den englischen Doppeldeckerbus war René Metz (30) sofort verliebt. In Meiningen hatte er den Leyland gesehen – und da die dortige Historische Sammlung ihn verkaufen wollte, griff er zu. Jetzt gehört der Bus mit seinen 35 Sitzplätzen oben und der Bar unten zur Ausstattung seiner Firma „main-motiv“. Und wenn Metz ins Erzählen kommt, dann schwärmt er beispielsweise von den Filmaufnahmen mit der Londoner Tower-Bridge. Gedreht wurde nicht am Original-schauplatz, sondern am Rhein in Mainz, für die notwendige Requisite hatte René Metz gesorgt.
René Metz ist der Mann, der bei Film und Fernsehen, bei Messen, Ausstellungen und Events jeglicher Art gebraucht wird. Einfach gesagt: Er stellt die Requisiten und transportiert sie auch, er verleiht Fahrzeuge für jeden Zweck, er hat eine eigene Werkstatt, um Sonderanfertigungen für die Requisite herzustellen. Der neue Doppeldeckerbus, sagt er, dient jetzt bei Filmaufnahmen als „Rückzugsgebiet“ für die Schauspieler.
Der 30-Jährige ist ein Kind des Rhein-Main-Gebietes. Die Bühnenausstattung, die Beleuchtungen, alles, was so hinter den Kulissen eines Theaters passiert, hatte ihn schon immer interessiert. Bei den Städtischen Bühnen in Frankfurt jobbte er als Schüler, später arbeitete er als freier Requisitör, er war Ausstatter, er hat Messe-Bau gemacht. „Es war von allem ein bisschen“, sagt er lachend. Und irgendwie kam der Gedanke, die freie Arbeit auf feste Füße zu stellen, denn anfangs musste er beispielsweise die Requisiten aus Köln bei einem Kollegen holen. Und da in Frankfurt vermehrt Filme gedreht werden, wollte er hautnah dabei sei.
Wie könnte es auch anders sein: René Metz recherchierte nach einem Gründungsberater und fand Andreas Hammer. Gleichzeitig kam auch die Empfehlung von zwei Leuten. Dies war im Sommer 2009. Und es ist gut gelaufen. Dr. Anna Stepanenko hat den Antrag auf KfW-Gründer-Coaching unkompliziert und rasch auf den Weg gebracht. Ergebnis: Die KfW hat 90 Prozent des Beratungshonorars übernommen. Am 9.9.2009 – dieses Datum merkt man sich besonders gut – wurde seine Firma ins Handelsregister eingetragen. Seither läuft „main-motiv“ (www.main-motiv.de) bestens, so dass er sich überlegt, noch jemanden ins „Boot zu holen“. Außergewöhnlich: Andreas Hammer hat es erreicht, das KfW-StartGeld auch für eine künstlerische Existenzgründung bewilligt wird.
Inzwischen hat Metz bereits einen großen Fundus. In einer Halle an der Baumertstraße in Frankfurt lagert auf 40 Meter Regal fast alles, was zu einer Ausstattung gebraucht wird: vom Sofa über Euro-Falschgeld bis zum Safe im Rotlichtmilieu oder in der vornehmen Privatbank. Und immer wieder ergibt sich für ihn die Gelegenheit, den Fundus zu vergrößern.
Der Doppeldeckerbus gehörte als Großobjekt dazu.
Seine Freundin – Grundschullehrerin für Religion, Ethik und Sport – trägt seinen Berufswunsch und das außergewöhnliche Engagement „Ich liebe meine Arbeit“ mit. „Sie schmunzelt darüber“, sagt er. Und Papa ist René Metz auch schon, allerdings nur Wochenendepapa. Der Sohn aus einer früheren Beziehung ist bereits 13. (wi)
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