Faszinierende flammende Effekte
Christian Weiß und seine firedancer begeistern immer wieder
Musik, Dunkelheit, die Menge wartet: Plötzlich steigen Flammen in den Himmel, Hitze steigt auf, der Rhythmus fasziniert, der Funke springt über. Wider einmal haben junge Leute einen Tanz vollführt voller Begeisterung, den firedance. Immer häufiger inszenieren die jungen Leute hypnotische Feuershows mit brennenden Stäben, Feuersäulen und -fächern, mit Tanz und Musik. Es sind faszinierende flammende Effekte.
Christian Weiß, aus Götzenhain, das heute zur Stadt Dreieich gehört im Kreis Offenbach, stammend, ist der Vater dieser Illumination und auch Geschäftsführer der firedancer GmbH. Er hat diesen Feuertanz aus Übersee mitgebracht, hat ihn verfeinert, hat sein Wissen weitergeben und daraus, aus uralten archaisch anmutenden Bräuchen, Inszenierungen gestaltet, die vor kleinem Familienkreis wie Jubiläen oder Hochzeiten bis zum großen Event-Spektakel, beispielsweise beim Mainzer Zeltfestival, bei Hit Radio FFH, bei der Hessischen Landesvertretung in Berlin, engagiert von "Landesvater Roland Koch", bis hin zu den Dächern des City-Carreés in Darmstadt reichen.
In die Wiege gelegt war Christian Weiß eine gewisse Abenteuerlust. In Götzenhain aufgewachsen und beim Vater in Südfrankreich gelebt - dieser hatte sein Stilmöbelgeschäft verkauft und war als Aussteiger in die Auvergne gezogen. Dort kam der junge Christian mit der Natur in Berührung. Nach einem Jahr französischem Internat ging er mit Mutter und Schwester zurück nach Götzenhain, dann Abitur in Frankfurt 1994. Zuvor war er schon Pfadfinder gewesen. Es verschlug Christian Weiß zu den Fallschirmjägern und Scharfschützen. An die Militärzeit hat er keine so gute Erinnerungen, sagt jedoch, der "Schwarze Gürtel" bei Karate habe ihm geholfen, relativ unbehelligt die Zeit zu überstehen "Die Kameraden hatten Respekt vor mir."
Das Ziel, Kunstgeschichte und Germanistik zu studieren, ließ er links liegen, die Uni Frankfurt gefiel ihm nicht. Dafür stieg er als Praktikant bei einer Werbeagentur ein und war fast drei Jahre Ideenfinder. Dabei studierte er nebenbei "Kommunikationswirt". Das Angebot eines Maori-Häuptlings, eines Bekannten seiner Mutter, nach Neuseeland zu kommen, nahm er erst Monate später wahr, dann aber umso intensiver. Die Beschäftigung mit Yoga stand an, geschlafen wurde in einer Höhle. Nach Neuseeland folgten Australien und dort das Wellenreiten. An der Ostküste des fünften Kontinents lernte er schließlich eine "Feuergruppe" kennen und war fasziniert von den Feuerkugeln. Bis Ende 2001 hielt er es dort aus, immer begierig, alles Wissen in sich einzusaugen.
Nach Deutschland zurückgekehrt, verdiente er sich den Lebensunterhalt als selbständiger Texter. Doch jeden Freitag traf er sich mit Freunden am Main, um den "Feuertanz" vorzuführen. Die Musik dazu fehlte nicht. Zum Mainuferfest 2003 wurde er mit seinen Freunden von einer Agentur, die auf ihn aufmerksam geworden war, gebucht. Und von da war es dann nicht mehr weit zur Gründung einer Gesellschaft mit dem Ziel, den Feuertanz auch in unseren Breiten bekannt zu machen. Der Gründungsberater Andreas Hammer ebnete die Wege.
Seinen Plan professionell aufzuarbeiten, hat er in den Werbeagenturen gelernt. Mit einem kleinen Stamm von Festangestellten und einem großen Stamm an freien Mitarbeitern hat Christian Weiß zahlreiche Shows ausgearbeitet und sie fest ins Programm übernommen. "Wir sind alle befreundet untereinander", sagt er, "es macht Riesenspaß, zusammenzuarbeiten mit dem Ziel, den Feuertanz bekannt zu machen und auch etwas Illusion vorzugaukeln". Daher bietet er neben seinen Shows auch Unterricht im "Feuertanz" an. "Wir haben eine Feuerschule." Und auch bei der VHS hat er schon Kurse gegeben.
Die kleine Show dauert 15 bis 20 Minuten, die größeren zweimal 20 oder zweimal 50 Minuten. Und auch das ist wichtig zu wissen: Die Preise liegen für einen Feuertänzer bei 500 Euro, die großen Shows kosten bis zu 15.000 Euro. Christian Weiß ist nicht nur Geschäftsführer der firedancer GmbH, er ist auch selbst Akteur. "Das ist wichtig. Ich mache mit, mir macht es unheimlich Spaß".
Das Repertoire besteht aus sechs Shows. Angefangen von der Illumination bis zum Feuer der klassischen Musik und den Mythen des Feuers. Da heißt es im ausgezeichnet aufgemachten Werbemittel: "Die Feuervögel landen in der geheimnisvollen Welt des Orients: Eine verführerische Bauchtänzerin nimmt das Feuer in ihren Tanz auf. Eine intensive und sinnliche Haremsformation entlässt das Publikum angeheizt in die Pause." Und danach folgt der zweite Teil: Lassen Sie sich überraschen!
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