Geschäfte nach altem hanseatischem Kaufmannsprinzip -
Hans Peter Endler und seine Firma „ACP“
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Zwei Jahre ist Moritz Hans Peter Endler mit dem Gedanken schwanger gegangen, die Wirtschaftskrise war letztlich ausschlaggebend für die Umsetzung: Endler hat sich in Grävenwiesbach selbstständig gemacht, als Vermittler und Zwischenhändler im Automobilsektor mit Schwerpunkt Verrohrungen im Lastwagen- und Busbereich. Das Gründungsdatum seiner Firma „ACP“ (Automotive Car Produkts) ist der 2. Juni 2009. „Es läuft sehr gut“, sagt er zu seinem „Schreibtischgeschäft“. Wenn die nächsten Aufträge unter Dach und Fach sind, dann soll auch eine Gesellschaft gegründet werden.
Der Diplom-Ingenieur ist den klassischen Weg bei der Gründung gegangen. Er hat im Februar 2009 ein IHK-Gründerseminar besucht, ferner Fortbildungsseminare und dann übers Internet schließlich den Gründungsberater Andreas Hammer von der Gesellschaft für Existenzgründungsberatung gefunden. Bei den bürokratischen Verfahrensschritten, der Planung des Finanzierungskonzeptes und der Beantragung des KfW-Startgeldes hat Ihm Hammer geholfen. Und so schnell die Formalitäten erledigt wurden, so schnell war auch das Finanzielle bei der Taunussparkasse geregelt. Der dortige Berater Holger Schien hat es möglich gemacht. Endler spricht von drei Tagen.
Der 1950 geborene Moritz Hans Peter Endler – er ist stolz auf sein Familienwappen von 1250, das einen Mongolenkopf zeigt – stammt aus Dresden. Bereits zwei Jahre später flüchteten die Eltern mit den Kindern ins Siegerland. Dort absolvierte er eine Elektromechanikerlehre, das Abitur folgte dann über den zweiten Bildungsweg. Wehrpflicht und Studium der Elektrotechnik sind weitere Schritten seines Lebens. Danach folgte die Berufstätigkeit bei verschiedenen Firmen. Inbegriffen waren mehrere Auslandsaufenthalte, so zwei Jahre Südafrika und sechs Jahre Tschechien. Alle diese Firmen haben die Autoindustrie beliefert. Seine letzte ist an ein US-Unternehmen verkauft worden – dann kam die Krise.
Endler erzählt, dass gerade in der Lastwagen- und Busproduktion die verschiedenen Rohrleitungen für Flüssigkeiten und Gase selbst produziert werden. Man scheut sich, dies auszusourcen, da für einen Auftrag nicht alle Daten verfügbar waren. Wieso? Endler erklärt dies folgendermaßen: Zwar gebe es Konstruktionspläne, doch ein Teil des Wissens beim Produktionsvorgang stecke in den Köpfen der Fachleute und sei nicht niedergeschrieben. Als Diplom-Ingenieur, als Entwickler und zugleich „Autonarr“ hatte da Endler seine Ideen, und er schaffte es, einen Autokonzern, der in Krakau produzierte, zu überreden. Man ließ sich auf das Wagnis der Fremdproduktion ein – es klappte. In der Branche wurde man daraufhin hellhörig.
Sein Geschäft läuft inzwischen – auch nach altem hanseatischem Kaufmannsprinzip. Endler hat Einzelteillieferungen nach Brasilen vermittelt. Deutsche Teile gehen nach Rußland. Weitere Geschäfte mit Bremsleitungen stehen bevor. „Mein Ziel sind sieben Verträge. Fünf habe ich bereits abgeschlossen, bei den zwei letzten sind die Verhandlungen schon sehr weit gediehen“. Vielleicht sind sie bei Erscheinen dieses „Gründer-Journals“ schon abgeschlossen? Dann wäre die Existenz für die nächsten zwei Jahre gesichert, dann kann Endler zusätzlich noch ein knappes Dutzend Mitarbeiter beschäftigen. Rußland ist für ihn der wichtigste Markt. Und ein weiteres Prinzip hat ihm bisher immer zum Erfolg verholfen. Bei Auslandsgeschäften sucht er sich einen Partner im jeweiligen Land. „Ein solcher Partner hat leichter Zugang zu den Firmenchefs“, sagt er.
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