"Unsere Ideologie ist die freie Ermittlug -
Das erste Beratungsgespräch im Jahre 1991 war ein Volltreffer -
Frank Duchardt und Jürgen Bahr.
Wie klein ist doch die Welt. Da bummelt der Schönecker Gründungsberater Andreas Hammer im Frühjahr durch ein Frankfurter Kaufhaus und trifft zufällig Frank Duchardt wieder. Duchardt war schon fast aus dem Gedächtnis des Gründungsberaters verschwunden, aber eben doch nicht ganz. Denn die Erinnerung blieb: Frank Duchardt war im Jahre 1991 die erste Finanzierungsberatung, die der heute 45-jährige Andreas Hammer vorgenommen hatte. Mit Erfolg, wie sich heute zeigt, denn das von Frank Duchardt und seinem Kollegen Jürgen Bahr aufgebaute Unternehmen floriert prächtig und ist im Laufe der Jahre stetig gewachsen.
Duchardt, 1968 in Freiburg geboren, wollte nach dem Abitur die Polizeilaufbahn einschlagen. Doch zunächst stand der Militärdienst an – und da war es dann folgerichtig, dass das Schicksal den Freiburger zu den Feldjägern schickte. Duchardt wurde Zeitsoldat und lernte seinen Kollegen Jürgen Bahr kennen. Die Arbeit bei den Feldjägern hat gefallen. „Wir hatten eine ausgezeichnete Schulung“, sagt er, „Bundeskriminalamt und Verfassungsschutz gehörten zu unseren Partnern.“ Und irgendwann reifte bei beiden der Gedanke, doch nicht zur Polizei zu gehen, sondern sich als Detektive selbständig zu machen. Man hatte schon nebenberuflich in dem Metier gearbeitet und auch bemerkt, dass in der freien Wirtschaft Bedarf vorhanden war.
Im April 1991 begannen die Gespräche mit Andreas Hammer, der ein Eigenkapitalhilfedarlehen (Vorgänger des KfW-Unternehmerkapitals) besorgte. Ein professionelles Konzept gehört dazu, um staatliche Förderungsmittel zu bekommen. 1992 konnten sich die beiden Detektive selbstständig machen. Sie nannten sich stolz „Detektei Bahr und Duchardt“.
Eigentlich wollten sie in Baden-Baden ihr Büro eröffnen, doch Hammer überzeugte das Duo, dass in Frankfurt die Wirtschaft pulsiere und sie mitten darin sein müssten. Mit zwei Mann wurde in einem Büro am Zoo angefangen, heute sind sie in der Hanauer Landstraße zu finden und haben 200 Mitarbeiter unter Vertrag. Im Nachhinein sagt Frank Duchardt: „Es war ein Sprung ins kalte Wasser, aber er hat sich gelohnt.“
Am Anfang lief das Geschäft nur schleppend. Fremdgängerobservationen, wie sie in den 80er Jahren noch üblich waren, hatte das neue Scheidungsrecht unwirksam gemacht. Die Zeit der „goldenen Nasen“ in diesem Bereich war vorbei. Und eine Arbeit als Kaufhausdetektive haben die beiden Profis nie gemacht. „Wir wollten keine schmutzige Wäsche waschen“. Duchardt: „Unsere Ideologie ist die freie Ermittlung.“
Neben den Ermittlungen, beispielsweise bei Kunstfälschungen und Produktpiraterie, Insolvenzen und Lohnfortzahlungsverstößen, hat das Team den Sicherheitsdienst mit im Boot und seit 2002 auch den Objekt- und Personenschutz. Früher hatten sie Folgeaufträge an andere Firmen abtreten müssen, jetzt gehört dies zum Kombigeschäft dazu. In Zukunft wird „Kairos Security Group“, wie sie sich seit 2002 nennen, verstärkt auch Kapitalermittlungen vornehmen, ein gefragtes Geschäft.
Frank Duchardt erinnert sich an einen brisanten Fall im Magdeburger Hafen, als sie bei einer Observation bemerkten, dass sie ebenfalls beobachtet wurden. Wenig später stellte sich heraus, dass die Gegenobservanten, es war der russische KGB, das gleiche Objekt im Visier hatten.
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