Kunden-Service steht ganz oben
Seit Januar ist Sascha Adler Herr über 18000 Auto-Ersatzteile
Sascha Adler liebt alte Autos. Ein Opel Olympia von 1963 beispielsweise steht auf dem Anwesen seiner Eltern in Friedberg. Fahrbereit natürlich. Da gibt es auch noch einen Opel GT von 1974, eigentlich noch ein junges Auto. Und einen VW Käfer von 1956 gehört ihm auch. Diesen allerdings hat er fachgerecht zerlegt.
Dass Sascha Adler alte Autos liebt, ist kein Wunder. Der 30-Jährige hat in Friedberg Kfz-Mechaniker gelernt. Und damit hat er auch das Wissen rund ums Auto. Nach der Lehre stand der Zivildienst an. Da ist er wieder Auto gefahren, allerdings Rettungswagen in Frankfurt, und ist entsprechend ausgebildet worden. Für zehn Jahre ist Sascha Adler hier "hängen geblieben" hat sieben Jahre hauptamtlich fürs Rote Kreuz Kranke und Verwundete schnell und sicher gefahren, hat geholfen, wo er konnte. Doch das Innenleben der Autos hat ihn nicht losgelassen.
Der Zufall kam zu Hilfe. Schon vor Jahren entdeckte der junge Auto-Fan den Laden "Dambruch Auto Teile" an der Wittelsbacher Allee 87 in Frankfurt. Zunächst war er Kunde. "Ich wurde ausgezeichnet bedient, die Preise haben gestimmt." Irgendwie wurden Sascha Adler und Thomas Dambruch (heute 40) Freunde. Und da das Leben manchmal Kapriolen schlägt, ist Sascha Adler auch zu seinem Lebenstraum gekommen. Amor hatte nämlich bei seinem Freund Thomas Dambruch einen großen Pfeil aus Richtung Thailand abgeschossen. Dambruch fragte ihn, ob er das Geschäft übernehmen wolle. Nur die Ware müsse er zahlen. Er, Dambruch, werde nämlich nach Thailand zu seinem Mädchen fliegen. Adler griff zu und sicherte sich mit fachmännischer Hilfe von Gründungsberater Andreas Hammer das Geschäft. Gerade bei der Übernahme seien einige Dingen zu regeln gewesen, die er allein so nicht geschafft hätte, einschließlich des Kredites zum Ablösen der Ware.
Andreas Hammer hat alles in "trockene Tücher" bekommen, Sascha Adler hat am 1. Januar 2008 den Laden übernommen und firmiert unter "Auto Teile Adler-Dambruch". "Der alte Firmenname sollte irgendwie erhalten bleiben", sagt er, "die Kunden müssen wissen, dass der gleiche Service weiter besteht." Und um sich den Übergang zu erleichtern, hat Adler bereits einige Monate im vergangenen Jahr im Laden mitgeholfen. "So habe ich die Kunden kennen gelernt."
Zufrieden lehnt sich der junge Mann zurück. Die Hilfe, die er erfahren hat, macht ihn mutig. Da existieren sogar schon Pläne, dass sein Freund Thomas Dambruch Beziehungen zu thailändischen Firmen knüpfen wird, die Ersatzteile herstellen. "Die Waren aus Fernost sind qualitativ hochwertig", sagt der gelernte Kfz-Mechaniker. Und auch die Freundin hat ihr Plazet gegeben und wird im neuen Unternehmen mithelfen. Solche jungen Gründer braucht das Land.
Knapp 18.000 Ersatz- und Zubehörteile der gängigen Automarken hat der Laden an der Wittelsbacher Allee auf Lager. Ausgebaut werden soll, sagt er weiter, der Bestellservice. Und auch die jetzigen Öffnungszeiten - montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr, samstags von 10 bis 13 Uhr - sollen ab März verlängert werden. Dann will Adler montags bis freitags bis 19 Uhr offen halten. Die Erfahrung, sagt er , habe gezeigt, dass viele nach der Arbeit kommen, um ein Ersatzteil zu holen. Kurz vor 18 Uhr sei es immer voll im Laden. Dass Sascha Adler anpacken kann und nicht auf die Uhr schaut, hat er schon beim Rettungsdienst bewiesen. In seinem 78 Quadratmeter großen Laden ist er jetzt der "König". Und falls eine Verschnaufpause notwendig ist, wird er sich sicher vor eines der Aquarien setzen und den geduldigen Barschen zusehen. Sein zweites Hobby ist nämlich die Aquaristik; und er plant, eines seiner zahlreichen Aquarien von zu Hause mitzubringen. Und ganz geduldig wird auch der Dalmatiner in der Ecke liegen und mit einem schläfrigen Auge ein wenig darüber wachen, dass kein Kunde etwas unbezahlt in der Hosentasche verschwinden lässt.
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